Soll man Sport und Politik mischen? Das olympische Ideal ist die Vereinigung der Menschheit und die Vermeidung von politischer und anderer Zersplitterung. Mit diesem Ideal sind wir einverstanden. Die olympische Charta erklärt, dass "keinerlei Demonstrationen oder politische, religiöse und rassenmässige Propaganda im olympischen Gebiet gestattet ist" (1), damit die Spiele auf rein sportlicher Grundlage abgehalten werden. Die Vermischung von Sport und Politik ist aber schon eine Tatsache, wenn das olympische Komitee die Wahl trifft, die Spiele in einem Land wie China zu platzieren, das für massive Verletzungen der Menschenrechte bekannt ist. Dadurch erhält das Regime die Möglichkeit - unter dem Vorwand, dass die Spiele unpolitisch sein sollen - sich ohne Widersprache Milliarden von Fernsehzuschauern gegenüber als ein modernes und effizientes Land darzustellen. Die Olympische Charta erwähnt als fundamentale Grundsätze der Olympischen Spiele "Respekt für universelle, fundamentale und ethische Grundsätze" und "die Förderung einer friedlichen Gesellschaft, die sich für die Erhaltung der Menschenwürde einsetzt". (2) Niemand kann doch angemessenerweise behaupten, dass das chinesische Regime mit diesen Idealen in Einklang ist. Wir halten die Verwendung der Farbe Orange für eine ethische und unpolitische Aussage, die in tiefer Übereinstimmung mit den Grundsätzen der olympischen Bewegung steht. Deshalb ist es wichtig und durchaus legitim, dass wir, die wir der Ansicht sind, dass China den einzelnen Menschen nicht achtet, zusammen stehen und den Fernsehzuschauern der ganzen Welt ein Signal geben, dass "etwas in China nicht stimmt, und dass wir es wissen". Nur so kann man politisch ausgewogene Olympische Spiele 2008 erreichen, wo die grossartigen Leistungen der Sportler nicht als politische Propaganda für ein repressives und diktatorisches Regime missbraucht werden.
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